Geophysik an Megalithgräbern

Bericht zur geomagnetischen Prospektion zerstörter Großsteinanlagen

von Lara Helsberg

Wie es bereits in einem hier erschienen Vorbericht angedeutet wurde, ist ein aktueller Forschungsschwerpunkt des Vereins die Auffindung zerstörter Großsteinanlagen mittels Geomagnetik. Dieses Projekt wird im Rahmen meiner Masterarbeit durchgeführt.
Die Grundlage der Forschung liegt in einem Aufsatz, der bereits vor einigen Jahren publiziert worden ist. Gerd-Ulrich Piesch thematisierte in seinem Aufsatz: Verschwundene Großsteingräber im Landkreis Osnabrück bereits zerstörte Anlagen. Diese konnte er mit Hilfe alter Karten und Quellen benennen und verorten.
Das Ziel des aktuellen Projektes ist es also, die von Piesch angenommenen Orte zu untersuchen und diese ggf. als potentielle Orte für Großsteingräber zu konkretisieren.
Dass die Auffindung zerstörter Anlagen möglich ist, zeigt die Forschung in benachbarten Regionen, wo bereits erfolgreich zerstörte Steinkisten mittels Geomagnetik aufgefunden werden konnten. Zwar unterscheiden sich diese in ihrem Aufbau deutlich von den Ganggrabanlagen der westlichen Trichterbecherkultur, jedoch erschien es als ein interessanter Anhaltspunkt, ob eine Auffindung eines zerstörten und möglicherweise mehrmalig überpflügten Ganggrabes möglich ist.
Bei einem Vergleich der Informationen des Aufsatzes von Piesch und der Überprüfung alten Kartenmaterials ergab sich eine Deckung, sodass sicher ist, dass die vorgeleistete Arbeit Pieschs fundiert ist.

Prospektion in Krevinghausen

Die nächste Schwierigkeit ergab sich nun in der Tatsache herauszufinden, wer die Besitzer der potentiellen Fundstellen sind. Dank der Hilfe der Stadt- und Kreisarchäologie, besonders des Stadt- und Kreisarchäologen Axel Friderichs, konnte diese jedoch schnell behoben werden.
Die Prospektionen bewegen sich im Raum des Osnabrücker Landes, konkret in Haaren, Krevinghausen, Wulften, Icker und Kalkriese. Jedoch sollen in Zukunft auch im Stadtkreis Osnabrück Prospektionen an potentiell zerstörten Anlagen stattfinden.
Die Prospektionen in Haaren, Icker und Krevinghausen konnten bereits abgeschlossen werden.

So wurden in Haaren an zwei Orten insgesamt 4130 qm Fläche untersucht. In Icker 6400 qm und in Krevinghausen insgesamt 15000 qm an drei, nahe beieinander liegenden Orten.
Diese Daten werden aktuell ausgewertet. Es kann jedoch vorab erwähnt werden, dass eine zerstörte Anlage bis jetzt definitiv nachgewiesen werden konnte.
In einer nächsten Kampagne werden weitere Fundstellen in Wulften, Driehausen und Kalkriese untersucht.

5-Sonden-Magnetikgerät

Ein großer Dank richtet sich an dieser Stelle an die Grundstückbesitzer. Besonders in Krevinghausen wurden wir von Herrn Höckmann und Herrn Meyer zum alten Borgloh freundlich und mit Interesse empfangen.
Des Weiteren gebührt ein erster Dank dem Stadt- und Kreisarchäologen Axel Friedrichs bei der Unterstützung die Grundstücksbesitzer ausfindig zu machen und alle entsprechenden Genehmigungen für das Projekt zu erhalten.
Dank der Universität zu Köln, ist die Nutzung der Geomagnetik und die Betreuung des Projektes möglich geworden.

Neben tatkräftiger Unterstützung einiger Freunde bei der Feldarbeit, gilt der besondere Dank auch den beiden Vorsitzenden des Vereins. Diese unterstützen das Projekt sowohl auf dem Feld als auch mit ihrer jahrelangen Erfahrung und ihrem entsprechenden Wissen.

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